
Das Nagelkreuz ist aus drei großen Nägeln geformt. Es erinnert an die Zerstörung der mittelalterlichen Kathedrale von Coventry im Zweiten Weltkrieg. Nach einem schweren Bombenangriff der deutschen Luftwaffe verbrannte sie im November 1940.
Kurz darauf schrieb Domprobst Richard Howard die Worte „FATHER FORGIVE“ (Vater vergib) an die Chorwand der Ruine. Aus drei großen Nägeln des Dachstuhls ließ er ein Kreuz zusammensetzen, das erste Nagelkreuz. Als Zeichen für Versöhnung und Frieden stehen die Nachbildungen heute weltweit in allen Nagelkreuzzentren.
Seit 2018 gehört auch die Marienkirche zur Nagelkreuzgemeinschaft. Jeden Freitag findet am Mittag das Versöhnungsgebet von Coventry statt. Es wurde 1959 formuliert, die deutsche Übersetzung finden sie hier.
Coventry wurde ein lebendiges Zentrum christlicher Versöhnungsarbeit. Diese strahlt weltweit aus. Wunden der Geschichte heilen, für Gerechtigkeit und Frieden einstehen und Vielfalt feiern: diese Botschaft geht heute von Coventry aus.
Alle haben gesündigt und ermangeln des Ruhmes, den sie bei Gott haben sollten. (Römer 3,23 LUT)
Darum beten wir:
Den Hass, der Rasse von Rasse trennt, Volk von Volk, Klasse von Klasse,
Vater, vergib.
Das Streben der Menschen und Völker zu besitzen, was nicht ihr eigen ist,
Vater, vergib.
Die Besitzgier, die die Arbeit der Menschen ausnutzt und die Erde verwüstet,
Vater, vergib.
Unseren Neid auf das Wohlergehen und Glück der anderen,
Vater, vergib.
Unsere mangelnde Teilnahme an der Not der Gefangenen, Heimatlosen und Flüchtlinge,
Vater, vergib.
Die Gier, die Frauen, Männer und Kinder entwürdigt und an Leib und Seele missbraucht,
Vater, vergib.
Den Hochmut, der uns verleitet, auf uns selbst zu vertrauen und nicht auf Gott,
Vater, vergib.
Seid untereinander freundlich, herzlich und vergebet einer dem anderen, gleichwie Gott euch vergeben hat in Jesus Christus. (Epheser 4,32 LUT)
AMEN